
Onlineschule für fundierte Astrologie
Der astrologische Wetterführer Kapitel 2
(The Weather Guide-Book. A Concise Exposition of Astronomic-Meteorology)
Alfred J. Pearce · 1864
Auf dieser Seite erscheint eine fortlaufende deutsche Übersetzung eines historischen, gemeinfreien Wetterbuches von Alfred J. Pearce. Das englische Original wurde 1864 in London veröffentlicht und gehört zur frühen astrologischen Wetterlehre (Astro-Meteorologie).
Die Übersetzung erfolgt kapitelweise, in der Regel ein bis drei Episoden pro Monat.
Der Text wurde behutsam gekürzt, insbesondere dort, wo ausführliche Berechnungs- und Darstellungsmethoden beschrieben werden, die heute mit modernen astrologischen Programmen und Ephemeriden wesentlich einfacher umgesetzt werden können. Inhaltliche Kernaussagen und methodische Grundlagen bleiben dabei unverändert erhalten.
Wer kein neues Kapitel verpassen möchte, kann der WhatsApp-Gruppe „News Astrogypsy“ beitreten. Dort werden neue Übersetzungsfolgen angekündigt, ebenso kostenlose Astro-Rätsel, Wimmelbildspiele sowie aktuelle Kursbeginne.
Anmerkung der Übersetzerin zur heutigen Anwendung
Das Werk arbeitet mit dem tropischen Tierkreis (äquinoktienbezogen). Erwähnungen von Fixsternen beziehen sich auf beobachtete Sternbildnähen, nicht auf einen siderischen Tierkreis im heutigen Sinn.
Die im Text erwähnte Dreiteilung der Zeichen („vorderer“, „mittlerer“ und „hinterer Teil“) folgt einer zeitlichen Abfolge innerhalb des Zeichens. Sie entspricht keiner festen Gradeinteilung (z. B. 10°/10°/10°), sondern weist fließende Übergänge auf.
Praktisch lässt sich diese Einteilung heute als frühe Phase (erste Grade des Zeichens), mittlere Phase (Bereich um die Zeichenmitte) und späte Phase (letzte Grade vor dem Zeichenwechsel) verstehen – ohne dass der genaue Übergangspunkt eindeutig festgelegt werden kann.
Kapitel 2 – gekürzte Einleitung
Die Sonne
Dieser gewaltige Himmelskörper, der als Zentrum unseres Systems Licht, Wärme und andere physikalische Wirkkräfte liefert, muss an erster Stelle betrachtet werden, wenn es darum geht, die Ursachen atmosphärischer Veränderungen zu verstehen. Alle wesentlichen Wetterprozesse stehen in direktem Zusammenhang mit der Wirkung der Sonne auf die Erde und ihre Atmosphäre.
Schon früh wurde darauf hingewiesen, dass die Abgabe von Sonnenwärme nicht völlig gleichförmig ist. Neben langfristigen Schwankungen – etwa im Zusammenhang mit Sonnenflecken – unterliegt die auf der Erde ankommende Sonnenenergie auch einer regelmäßigen jährlichen Veränderung. Diese ergibt sich aus der elliptischen Erdbahn: Die Erde befindet sich Anfang Januar näher an der Sonne als Anfang Juli, wodurch sich die Intensität der empfangenen Sonnenwärme messbar unterscheidet.
Diese Unterschiede werden jedoch durch die unterschiedliche Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Bahn weitgehend ausgeglichen, sodass sich für beide Erdhalbkugeln über das Jahr hinweg eine vergleichbare Gesamtmenge an Sonnenenergie ergibt. Dennoch zeigen Beobachtungen, dass der Sonnenstand – insbesondere seine Deklination und seine Stellung in Bezug auf die Erdhalbkugeln – einen erheblichen Einfluss auf großräumige Wetterprozesse hat.
Der Autor betont, dass die Sonne zwar der hauptsächliche „Beweger“ der Atmosphäre ist, ihre Wirkung jedoch nicht isoliert betrachtet werden darf. Besonders ausgeprägt zeigen sich atmosphärische Veränderungen dann, wenn Planeten bestimmte Winkelbeziehungen (Aspekte) zur Sonne bilden. In solchen Fällen können Hitze, Stürme, starke Niederschläge oder andere markante Wetterlagen begünstigt werden.
Die Sonne in den zwölf Tierkreiszeichen
(nach Ptolemäus / Pearce, sprachlich übersetzt, nicht modernisiert)
Widder (Aries)
Der Widder besitzt aufgrund seiner Nähe zum Frühlingsäquinoktium eine allgemeine Neigung, Gewitter und Hagel zu begünstigen.
Die vorderen Teile des Zeichens fördern Donnererscheinungen, die mittleren Teile wirken gemäßigter, die hinteren Teile begünstigen Stürme und heftige atmosphärische Bewegung.
Die nördlichen Bereiche (Sonne mit nördlicher Deklination) wirken gemäßigt, die südlichen Bereiche (Sonne mit südlicher Deklination) zeigen sich unruhig und wechselhaft.
Stier (Taurus)
Der Stier vereint wärmende und kühlende Einflüsse, wobei die Wärme überwiegt.
Die vorderen Teile, besonders in der Nähe der Plejaden, begünstigen Erdbeben, Wolkenbildung und Wind.
Die mittleren Teile wirken befeuchtend und kühlend, die hinteren Teile, nahe den Hyaden, sind feurig und fördern Blitze und Lichterscheinungen.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) wirken gemäßigt, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) turbulent und wechselhaft.
Zwillinge (Gemini)
Die Zwillinge zeigen insgesamt eine ausgleichende, gemäßigte Wirkung.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) fördern Erdbeben und Wind, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) wirken trocken und erwärmend.
Anmerkung der Übersetzerin:
Im Original werden bei den Zwillingen keine vorderen, mittleren und hinteren Bereiche unterschieden.
Krebs (Cancer)
Der Krebs ist insgesamt heiter und warm.
Die vorderen Teile, nahe dem Præsepe, wirken drückend heiß und schwül, die mittleren Teile gemäßigt, die hinteren Teile fördern Windbewegung.
Sowohl die nördlichen als auch die südlichen Bereiche (je nach Deklination) zeigen eine starke Hitze- und Glutwirkung.
Löwe (Leo)
Der Löwe besitzt eine allgemeine Tendenz zu erstickender Hitze.
Die vorderen Teile sind drückend heiß und gesundheitlich belastend, die mittleren Teile gemäßigt, die hinteren Teile wirken durch übermäßige Feuchtigkeit schädigend.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) fördern Wechselhaftigkeit und Hitze, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) begünstigen Feuchtigkeit.
Jungfrau (Virgo)
Die Jungfrau neigt insgesamt zu Feuchtigkeit und Gewitterbildung.
Die vorderen Teile sind überwiegend warm und schädlich, die mittleren Teile gemäßigt, die hinteren Teile deutlich wässrig.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) fördern Wind, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) wirken gemäßigt.
Waage (Libra)
Die Waage begünstigt allgemein Veränderung und Wechselhaftigkeit.
Die vorderen und mittleren Teile sind gemäßigt, die hinteren Teile wässrig.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) verursachen wechselnde Winde, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) fördern Feuchtigkeit und gesundheitsschädliche Einflüsse.
Skorpion (Scorpio)
Der Skorpion ist in seinem Grundcharakter feurig und fördert Gewitter.
Die vorderen Teile begünstigen Schnee, die mittleren Teile sind gemäßigt, die hinteren Teile fördern Erdbeben.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) wirken erwärmend, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) feucht.
Schütze (Sagittarius)
Der Schütze wirkt allgemein windfördernd.
Die vorderen Teile begünstigen Feuchtigkeit, die mittleren Teile sind gemäßigt, die hinteren Teile wirken feurig.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) fördern Wind, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) Veränderung und Feuchtigkeit.
Steinbock (Capricornus)
Der Steinbock fördert insgesamt Feuchtigkeit.
Die vorderen Teile wirken durch Hitze schädlich, die mittleren Teile gemäßigt, die hinteren Teile begünstigen Regen.
Sowohl die nördlichen als auch die südlichen Bereiche (je nach Deklination) wirken durch übermäßige Feuchtigkeit schädigend.
Wassermann (Aquarius)
Der Wassermann ist in seinem Wesen kalt und feucht.
Die vorderen Teile begünstigen Feuchtigkeit, die mittleren Teile sind gemäßigt, die hinteren Teile fördern Wind.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) wirken erwärmend, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) begünstigen Schnee.
Fische (Pisces)
Die Fische sind insgesamt kalt und fördern Wind.
Die vorderen Teile sind gemäßigt, die mittleren Teile feucht, die hinteren Teile stark erwärmend.
Die nördlichen Bereiche (nördliche Deklination) fördern Wind, die südlichen Bereiche (südliche Deklination) wirken wässrig.
Wer die Deklinationen eines bestimmten Tages wissen möchte , kann sich dies mit dem Deklinationenrechner ausrechnen lassen:
