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Der astrologische Wetterführer

(The Weather Guide-Book. A Concise Exposition of Astronomic-Meteorology)

Alfred J. Pearce · 1864

Auf dieser Seite erscheint eine fortlaufende deutsche Übersetzung eines historischen, gemeinfreien Wetterbuches von Alfred J. Pearce. Das englische Original wurde 1864 in London veröffentlicht und gehört zur frühen astrologischen Wetterlehre (Astro-Meteorologie).

Die Übersetzung erfolgt kapitelweise, in der Regel ein bis drei Episoden pro Monat.
Der Text wurde behutsam gekürzt, insbesondere dort, wo ausführliche Berechnungs- und Darstellungsmethoden beschrieben werden, die heute mit modernen astrologischen Programmen und Ephemeriden wesentlich einfacher umgesetzt werden können. Inhaltliche Kernaussagen und methodische Grundlagen bleiben dabei unverändert erhalten.

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Hinweis zum historischen Sprachgebrauch und Kontext:
Der im Original verwendete Begriff „astronomic meteorology“ bezeichnet keine moderne Astronomie oder Meteorologie, sondern eine astrologische Wetterlehre, die sich auf die exakt berechneten Stellungen von Sonne, Mond und Planeten stützt und damit bewusst von volkstümlichen Wetterregeln sowie von der klassischen Horoskopastrologie abgegrenzt ist. Gemeint ist eine historische Form angewandter Wetterbeobachtung, die wiederkehrende Zusammenhänge zwischen Himmelskonstellationen und Witterungsverläufen zu erfassen versucht.
(Deutsche Übersetzung; die rein geometrischen Definitionen sind minimal geglättet, aber inhaltlich gleich.)

KAPITEL I – METEOROLOGIE

 

Es ist gesagt worden, dass „die Meteorologie – soweit es um Wettervorhersage geht – noch als Wissenschaft im Kindheitsalter anzusehen ist“. Obwohl Claudius Ptolemäus in seinem Tetrabiblos (vor 1724 Jahren veröffentlicht) Abhandlungen über „besondere Zustände der Atmosphäre“, über „die Bedeutung der Meteore“ sowie Regeln zur Vorhersage atmosphärischer Störungen schrieb; und obwohl sich die Aufmerksamkeit wissenschaftlicher Menschen zu allen Zeiten mehr oder weniger auf Wetterbeobachtungen richtete, um Gesetze zu finden, die Temperaturwechsel, Überschwemmungen, Dürren, Stürme usw. regeln – sind die Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts noch immer außerstande, das Wirken dieser Gesetze zu verstehen, und gestehen folglich ihre Unfähigkeit ein, atmosphärische Veränderungen mit irgendeiner Sicherheit mehr als vierundzwanzig Stunden im Voraus vorherzusagen.

Es ist bedauerlich, dass dies so ist, während andere Wissenschaften eine so große und rasche Verbesserung erfahren haben. Das lässt sich teilweise dadurch erklären, dass Meteorologie bis vor zwei oder drei Jahren keine „Volkswissenschaft“ war; und gewiss: solange sie in den Händen weniger bleibt, wird sie wenig Fortschritt machen. Der Einfallsreichtum und das Interesse der Bevölkerung müssen geweckt werden, damit jene unserer gelehrten und wissenschaftlichen Männer, die ihre Zeit und Kräfte dieser Wissenschaft widmen, dazu gedrängt werden, jede Wettertheorie fair zu prüfen.

Viele der größten Entdeckungen wurden von Männern gemacht, die in den höheren Bereichen der Gelehrsamkeit ungebildet waren – von Männern, deren Geist nicht dadurch eingeengt war, dass man ihnen beibrachte, nur in einem bestimmten Schema zu denken; Männern, deren Unabhängigkeit des Denkens und Urteilens und deren moralischer Mut sie befähigte, gegen Vorurteile und gegen angebliche „Unmöglichkeiten“ anzukämpfen. Wir brauchen Männer, die nicht zugunsten von Dogmen voreingenommen sind, die im Geist der Gesetze der Meder und Perser festgelegt wurden – „niemals zu ändern“. Wir brauchen die Originalität des unabhängigen Geistes, die sich jener Wissenschaft zuwendet, die man als „eine der unerquicklichsten, mit denen wir es zu tun haben“ bezeichnet hat.

* Bei einer Sitzung der British Association, als Admiral Fitz Roy einen Vortrag „Über wässrige Dämpfe und atmosphärische Wellen“ hielt, bemerkte der Astronomer Royal, Untersuchungen hätten nur dazu geführt, das Thema zu verdunkeln; er halte die Meteorologie für „eine der verzweifeltsten Wissenschaften, mit denen wir es zu tun haben“. – Morning Star, 19. Sept. 1859.

Admiral Fitz Roy hat durch seine „Vorhersagen“, Sir John Herschel durch seine Schriften und einige andere Herren, die gelegentlich durch Briefe an die Times das öffentliche Interesse wachhalten, der Wissenschaft wichtige Hilfe geleistet, indem sie sie populär machten. Und es ist sehr zu bedauern, dass sich einige Herren fanden, die einen Geist zeigten, der des heutigen Zeitalters unwürdig ist, indem sie den Zuschuss von 4000 Pfund jährlich für das Meteorological Office des Board of Trade bekämpften. Damit löschen sie den kleinen Funken an Lebenskraft aus, der durch staatliche Förderung und öffentliche Unterstützung überhaupt erst entfacht und genährt worden ist.

Wären doch unsere wissenschaftlichen Männer – jene mit großen Köpfen und großen Herzen, in denen sich die natürliche Schlichtheit des Genies und die Gelehrsamkeit des Studierten verbinden – bereit, die astronomisch-planetare Meteorologie fair und unparteiisch zu prüfen! Und sollten sie durch tägliche Belege, aus ihren eigenen Beobachtungen gewonnen, überzeugt werden, dass diese Wissenschaft auf Wahrheit beruht – dass die planetaren Körper tatsächlich auf unsere Atmosphäre so wirken, dass sie Temperaturwechsel hervorrufen und die Stärke der Winde bestimmen –, mögen sie dann ihre Fähigkeiten auf den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft richten und mögliche Irrtümer aussondern. Durch ihre Findigkeit und Ausdauer würden sie weitere, umfassendere Gesetze entdecken. Damit verdienten und erhielten sie jene Anerkennung, die stets den Mühen derer folgt, die ihren Mitmenschen dauerhafte und unermessliche Wohltaten bringen: indem sie ihnen zu einem besseren Verständnis der Gesetze des SCHÖPFERS verhelfen und – unter seinem göttlichen Segen – die Zeiten voraussehen, in denen der verwüstende Sturm Meer und Festland heimsucht, und so, teilweise wenn nicht ganz, die Opfer an Leben und Eigentum verhindern, die so oft damit verbunden sind.

DIE THEORIE DER ASTRONOMISCHEN ODER PLANETAREN METEOROLOGIE

Die Theorie der Astro-Meteorologie wurde im Record of the Astro-Meteorological Society so gut beschrieben, dass wir es für sinnvoll halten, die folgenden Absätze daraus zu übernehmen:

Es genügt, zur Erklärung der Grundsätze dieser Wissenschaft zu sagen: Sie beruhen auf der Tatsache, dass gewisse Himmelskörper stets in bestimmten relativen Stellungen – vor allem in Bezug auf die Sonne – angetroffen werden, wenn in der Atmosphäre besondere Merkmale beobachtet werden. Das heißt: Bestimmte Himmelskörper finden sich in denselben Stellungen, wenn außergewöhnliche Hitze oder Dürre vorherrscht; und andere Himmelskörper kehren zu bestimmten ähnlichen Stellungen zurück, wenn Kälte, Regen, Hagel, Donner oder Sturmwinde überwiegen.

Daraus wurden zwei Dinge geschlossen:


Erstens, dass diese Stellungen der Himmelskörper die ursprünglichen (wenn auch nicht die unmittelbaren) Ursachen der atmosphärischen Erscheinungen sind.
Zweitens, dass – da die Zeitpunkte, zu denen diese Stellungen auftreten, (außer im Fall der Kometen) für Jahre im Voraus exakt berechnet werden können – es möglich und leicht ist, die Zeiträume vorherzusehen, in denen gleichzeitig auch jene atmosphärischen Erscheinungen auftreten werden.

Jeder Astro-Meteorologe – schade, dass es so wenige gibt – glaubt und weiß, dass, wenn Planeten bestimmte Winkel mit Sonne und Erde bilden, bestimmte bekannte Einflüsse die Folge sind. Diese Einflüsse scheinen aus dem von jedem Planeten in unsere Atmosphäre reflektierten Licht zu entstehen, das je nach Beschaffenheit chemisch oder elektrisch wirkt. So reflektiert Mars zum Beispiel nur den roten Lichtstrahl. Es ist eine gut belegte Tatsache, dass Licht und Wärme in der Atmosphäre vorhanden sind, und dass Wärme nur eine Abwandlung des Lichts ist. Ebenso ist belegt, dass die Bestandteile der Atmosphäre – in bestimmten Verhältnissen zusammengebracht und durch den elektrischen Funken entzündet – vollkommenes Licht erzeugen; und dass Sauerstoff, der rote Sonnenstrahl und positive Elektrizität identisch seien; sowie dass der blaue Lichtstrahl oder Stickstoff der negativen Elektrizität entspreche.

Man könnte fragen: Warum sollten gerade diese Winkel eine Kraft oder Wirksamkeit besitzen, so dass Effekte – sei es auf die Temperatur oder andere Zustände der Atmosphäre – auftreten, wenn die Himmelskörper diese bestimmten Winkel bilden? Die passende Antwort darauf ist eine Gegenfrage: Warum ist es gerade ein Winkel von 60 Grad (das Sextil), bei dem Wasser kristallisiert? Wenn man fragt, warum die Temperatur steigt, wenn Venus mit Jupiter einen Winkel von 60 Grad bildet, aber nicht, wenn sie 65 Grad bilden – dann antworten wir: sobald der Fragende erklärt, warum Wasser nicht bei 65 Grad kristallisiert, aber stets bei 60 Grad. In beiden Fällen ist die Tatsache bekannt, in keinem aber lässt sich der Grund bereits angeben. Es wäre ebenso unvernünftig, die Tatsache im einen Fall zu leugnen wie im anderen, nur weil der Grund noch nicht entdeckt ist.

Diese Winkel sind in der Ekliptik zu berechnen: Wenn die Länge der Sonne 25 Grad und die des Mars 85 Grad beträgt, dann stehen sie 60 Grad voneinander entfernt; man sagt, sie stehen im Sextil, und in solchen Fällen steigt die Temperatur. Wenn die Sonne 50 Grad Länge hat und Saturn 140 Grad, dann sind sie 90 Grad voneinander entfernt, also im Quadrat – und bei diesen Gelegenheiten fällt die Temperatur.

Was das Wie betrifft, verstehen wir noch nicht, auf welche Weise die Himmelskörper auf unsere Atmosphäre wirken. Wir glauben, dass ihr Licht durch chemische und elektrische Prozesse wirkt, die durch fortgesetzte Beobachtung schließlich verstanden und erklärt werden können. Bestärkt werden wir in diesem Glauben durch die Feststellung, dass „bei gleicher Lichtmenge, die auf beide Körper fällt, Jupiter vierzehnmal mehr chemische Strahlen reflektiert als der Mond“ (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 10. Mai 1861). Hier haben wir also einen Beleg dafür, dass die Strahlen Jupiters – nachdem sie durch vierzig Meilen jener Gase gegangen sind, aus denen unsere Atmosphäre besteht – chemisch mit vierzehnfach stärkerer Kraft wirken als die unseres Satelliten.

Es wurde eingewandt, „die Lichtmenge, die uns Jupiter liefert, sei so mikroskopisch, dass der Anteil chemischer Strahlen kaum etwas ausmachen könne“. Die Antwort darauf wäre: Wenn Jupiter durch vierzig Meilen Gas auf die Erdoberfläche wirken kann, dann erhöht er wahrscheinlich die Menge an Elektrizität und Ozon.

Laplace sagt in seinem Essai philosophique sur les probabilités: Wir sind so weit davon entfernt, alle Kräfte der Natur und ihre Wirkungsweisen zu kennen, dass es unphilosophisch wäre, Erscheinungen zu leugnen, nur weil sie im gegenwärtigen Zustand des menschlichen Wissens unerklärlich sind. Wir sollten sie umso aufmerksamer prüfen, je schwerer es scheint, sie zuzulassen; und hier wird die Wahrscheinlichkeitsrechnung unentbehrlich, um zu bestimmen, wie weit Beobachtungen und Experimente zu vervielfachen sind, bis eine Wahrscheinlichkeit entsteht, die stärker ist als unsere Einwände dagegen.

Ein weiterer Einwand lautet sinngemäß: Der Schlag der Uhr von St. Paul könne zwanzigtausendmal mit dem Abfahren eines Omnibusses nach Putney zusammenfallen – doch niemand würde den Uhrschlag als Ursache des Omnibusstarts ansehen. Nun lautet das philosophische Gesetz der Häufung von Übereinstimmungen: Wenn Übereinstimmungen häufig genug sind, um außerhalb des Zufalls zu liegen, dann zeigen sie entweder Ursache und Wirkung – oder Wirkungen einer gemeinsamen Ursache. Der Uhrschlag und der Omnibusstart wären dann Wirkungen einer gemeinsamen Ursache: dem Ablauf eines Zeitabschnitts, von dem beide abhängen. Wenn wir also zeigen können, dass bestimmte Wettermerkmale stets mit bestimmten Stellungen der Planeten zusammenfallen, dann zeigen wir damit das Gesetz der Verbindung, von dem oben die Rede war.

WICHTIGE „STELLUNGEN“ UND „ASPEKTE“ (Übersicht)

Die Planeten Uranus, Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Merkur gelten als besonders wirksam:

  • wenn sie den Äquator überschreiten (also „die Linie kreuzen“),

  • bei ihren extremen Deklinationen,

  • in Konjunktion oder Opposition zur Sonne (vergleichbar Neumond/Vollmond),

  • sowie bei 90 Grad Abstand zur Sonne (vergleichbar den Mondvierteln).
    (Hinweis: Venus ist nie mehr als 48°, Merkur nie mehr als 28° von der Sonne entfernt.)

Diese letzten drei Stellungen heißen „Aspekte“.
Neben ihnen gibt es weitere Aspekte, die ebenfalls als besondere Winkelabstände gelten: 30°, 36°, 45°, 60°, 72°, 120°, 135°, 144°. Zusätzlich wurde 150° zur Beobachtung empfohlen.

Von den Aspekten tragen einige feste Namen und Zeichen:

  • Konjunktion: zwei Körper haben dieselbe Länge

  • Opposition: Längendifferenz 180°

  • Sextil: 60°

  • Quadrat (Quartil): 90°

  • Trigon: 120°

Zwei Körper stehen „in gleicher Deklination“, wenn ihre Deklinationen (und damit ihre Polabstände) betragsmäßig gleich sind.

A. DIE SPHÄRE (KUGEL) – Grundbegriffe

Eine Sphäre (Kugel) ist ein Körper, dessen Oberfläche überall gleich weit von einem festen Punkt im Inneren entfernt ist. Dieser Punkt heißt Mittelpunkt. Die Verbindungsstrecken zur Oberfläche heißen Radien; eine durch den Mittelpunkt gehende Strecke, die die Oberfläche auf beiden Seiten schneidet, heißt Durchmesser.

Schneidet eine Ebene die Kugel, entsteht eine Kreislinie (ein Schnittkreis). Geht die Ebene durch den Mittelpunkt, ist es ein Großkreis; sonst ein Kleinkreis. Großkreise sind alle gleich groß und werden in 360 Grad geteilt; jeder Grad in 60 Minuten, jede Minute in 60 Sekunden.

Die Endpunkte eines Durchmessers, der senkrecht auf einem Großkreis steht, heißen Pole dieses Großkreises. Jeder Großkreis, der durch die Pole eines anderen Großkreises geht, schneidet diesen im rechten Winkel.

B. WIE MAN DIE LAGE EINES PUNKTES AUF DER KUGEL FESTLEGT

Man nimmt einen Großkreis als Bezug und bestimmt darauf einen Ausgangspunkt („Nullpunkt“). Dann legt man einen zweiten Großkreis durch die Pole des Bezugskreises und durch den zu bestimmenden Punkt. Damit erhält man zwei Angaben:

  1. die Entfernung entlang des Bezugskreises vom Nullpunkt bis zur Schnittstelle (0°–360°),

  2. die Entfernung von dort entlang des zweiten Großkreises zum Punkt, Richtung Nord- oder Südpol (0°–90°).

C. DIE HIMMELSSPHÄRE

Für einen Beobachter auf der Erde erscheinen alle Himmelskörper auf einer Kugeloberfläche, deren Mittelpunkt sein Auge wäre. Wegen des kleinen Erdradius kann man den Mittelpunkt ohne nennbaren Fehler in den Erdmittelpunkt verlegen. Diese Kugel heißt Himmelskugel (Himmelssphäre).

D. WICHTIGE GROSSKREISE DER HIMMELSSPHÄRE

  • Horizont: Großkreis, dessen Pole Zenit und Nadir sind.

  • Äquator: Großkreis, dessen Pole der Himmelsnordpol und Himmelssüdpol sind.

  • Ekliptik: Großkreis, den das Sonnenzentrum im Verlauf eines Jahres durchläuft; er ist gegen den Äquator geneigt.

  • Ekliptik und Äquator schneiden sich in zwei Punkten: „Erster Punkt des Widder“ und „Erster Punkt der Waage“.

  • Die Schiefe der Ekliptik (im Text: Wert am 1. Jan. 1864: 23° 27′ 25″.17) ist nicht vollkommen konstant; ebenso ist der Widderpunkt nicht völlig fix.

E/F/G. KOORDINATENSYSTEME

Azimut / Höhe (Bezug: Horizont)
Rektaszension / Deklination (Bezug: Äquator, Ursprung: Widderpunkt)
Länge / Breite (Bezug: Ekliptik, Ursprung: Widderpunkt)

H. LÄNGENDIFFERENZ ZWEIER HIMMELSKÖRPER

Haben zwei Körper gleiche Länge, ist die Differenz 0.
Sonst zieht man die kleinere Länge von der größeren ab. Ergibt sich mehr als 180°, zieht man 180° ab und nimmt den Rest als relevante Differenz.

I. „ASPEKTE“ ALS BESONDERE LÄNGENDIFFERENZEN

Aspekte sind benannte Längendifferenzen zwischen Sonne, Mond oder Planeten. Es sind zwölf:

  • 0° (Konjunktion)

  • 180° (Opposition)

  • 30°, 36°, 45°, 60°, 72°, 90°, 120°, 135°, 144°, 150°

Hauptaspekte: Konjunktion, Opposition, 60° (Sextil), 90° (Quadrat), 120° (Trigon)
Neben-/Kleinaspekte: 30°, 36°, 45°, 72°, 135°, 144°, 150°

J. GLEICHE DEKLINATION ALS „WEITERER“ ASPEKT

Bei Sonne, Mond und Planeten gilt „gleiche Deklination“ als so bedeutsam, dass sie den Hauptaspekten zugerechnet und als „dreizehnter Aspekt“ behandelt wird. Dabei ist es unerheblich, ob die Deklination nördlich oder südlich ist – entscheidend ist, dass der Betrag gleich ist.

Anmerkung der Übersetzerin zur heutigen Anwendung:
Die im ersten Kapitel erläuterten geometrischen Grundlagen dienten im 19. Jahrhundert der rechnerischen Bestimmung von Planetenständen und Winkelabständen. Heute ist dies deutlich einfacher:
Man gibt Ort und Zeitpunkt in ein astrologisches Programm ein und betrachtet die Winkelabstände der Planeten zueinander – ähnlich wie die Aspekte in einem Geburtshoroskop.
Die Deklinationen der Gestirne lassen sich in modernen Ephemeriden oder Online-Tabellen ablesen; daran erkennt man auch, wann ein Planet den Himmelsäquator überschreitet oder mit einem anderen Gestirn gleiche Deklination erreicht.
Die im Text beschriebenen Wetterzusammenhänge beruhen ausschließlich auf Winkelabständen und Deklinationen der Gestirne. Ein Häusersystem wird dafür nicht benötigt und spielt bei dieser Methode keine Rolle.

Im nächsten Kapitel: die Sonne – und wie sich nach dieser Lehre Wetterlagen beim Durchgang durch die Tierkreiszeichen verändern sollen.

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