
Onlineschule für fundierte Astrologie
Astrologie Wissen
Rückläufigkeit, untere & obere Konjunktion und Perigäum der Planeten
Die Rückläufigkeit der Planeten
In der Astrologie sprechen wir von rückläufigen Planeten, doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine scheinbare Rückläufigkeit. Diese entsteht nicht dadurch, dass ein Planet seine Bewegungsrichtung tatsächlich ändert, sondern durch die relative Bewegung der Planeten zueinander, beobachtet von der Erde aus.
Man kann sich dies gut mit folgendem Beispiel vorstellen: Sitzt man in einem Zug, der sich gleichmäßig bewegt, und fährt an einem anderen Zug vorbei, der auf einem Nachbargleis steht oder sich langsamer bewegt, kann der Eindruck entstehen, der andere Zug fahre rückwärts, während der eigene Zug stillsteht. Dieser Eindruck entsteht allein durch den Wechsel der Perspektive. Genau nach diesem Prinzip erscheint auch die Rückläufigkeit der Planeten.
Die scheinbare Rückläufigkeit tritt immer dann auf, wenn ein Planet von einem anderen auf seiner Umlaufbahn um die Sonne überholt wird – so, wie es von der Erde aus beobachtet wird. Bei den äußeren Planeten geschieht dies, wenn die Erde sie auf ihrer kürzeren und schnelleren Umlaufbahn überholt. Die Erde zieht dabei am äußeren Planeten vorbei, wodurch dieser am Himmel vorübergehend rückläufig erscheint.
Die inneren Planeten Merkur und Venus besitzen kürzere Umlaufbahnen als die Erde und bewegen sich schneller um die Sonne. Sie überholen daher die Erde regelmäßig. Bei ihnen tritt die scheinbare Rückläufigkeit jeweils in der Nähe einer unteren Konjunktion auf.
Untere und obere Konjunktion der inneren Planeten
Die Umlaufbahnen von Merkur und Venus um die Sonne befinden sich innerhalb der Umlaufbahn der Erde, darum sprechen wir von den inneren Planeten. Von einer Konjunktion sprechen wir, wenn von der Erde aus gesehen zwei Planeten die gleiche Richtung am Himmel einnehmen, also z. B. beide auf 15° Krebs stehen.
Die inneren Planeten können von der Erde aus gesehen mal hinter der Sonne und mal vor der Sonne vorbeiziehen. Beispiel: Die Sonne steht auf 15° Jungfrau und Venus zieht nun hinter der Sonne an diesen 15° Jungfrau vorbei, dann sprechen wir von einer oberen Konjunktion. Zieht Venus jedoch an diesen 15° Jungfrau vor der Sonne vorbei, so sprechen wir von einer unteren Konjunktion. Wirklich deckungsgleich (also dass sie auf derselben Höhe stehen) sind sie jedoch selten, was an den Deklinationen liegt.
Perigäum
Der Ausdruck „Perigäum“, der für die maximale Erdnähe steht, wird in der Astronomie vor allem für den Mond verwendet. Für die Planeten werden in der Astronomie in erster Linie die Begriffe Perihel und Aphel benutzt, die die größte Nähe bzw. Entfernung eines Planeten zur Sonne beschreiben.
In der Astrologie interessiert uns jedoch nicht die Nähe zur Sonne, sondern die Nähe zur Erde. Deshalb verwenden wir die Begriffe Perigäum (maximale Erdnähe) und Apogäum (maximale Erdferne) auch für die Planeten. Gemeint ist dabei jeweils die kleinstmögliche Distanz zwischen Erde und Planet.
Dieses Perigäum fällt nicht zwangsläufig mit dem Perihel eines Planeten zusammen – bei den äußeren Planeten ist dies sogar sehr selten der Fall. Die maximale Erdnähe entsteht vielmehr durch das Zusammenspiel der Umlaufbewegungen von Erde und Planet. In der Astrologie sprechen wir zwar davon, dass sich ein Planet an einem bestimmten Datum im Perigäum befindet, tatsächlich nähert sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn dem Planeten besonders stark an – ein Vorgang, der fast immer mit der Rückläufigkeit zusammenfällt. Ausnahmen gibt es, wenn ein äusserer Planet in sein Perihel (max. Sonnennähe) kommt. Einige Beispiele: Mars kommt ca. alle 2 Jahre, Jupiter ca. alle 11-12 Jahre und Pluto nur ca. alle 248 Jahre in sein Perihel. In diesen Momenten kann auch ein Perigäum auftauchen, ohne dass es gleichzeitig zur Rückläufigkeit kommt.
Wer wissen möchte, welche Planeten in einem bestimmten Jahr an welchem Datum in ihrem Perigäum waren/sind oder sein werden, kann den kostenlosen Perigäum-Rechner benutzen (Jahre 1900-2050).
Unterschiede bei der Deutung von Planeten im Perigäum
Das Perigäum eines Planeten ist vor allem bei der Arbeit mit Transiten von großer Bedeutung. Es hilft dabei, zeitlich einzugrenzen, um welches Datum herum ein Transitplanet seine maximale Wirkung entfaltet. Fällt dieses Perigäumsdatum in die Nähe eines exakten Transits zu einem Geburtsplaneten, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass sich entsprechende Ereignisse genau in dieser Phase zeigen.
Doch auch in der Deutung von Geburtshoroskopen kann das Wissen um die Perigäen wertvolle Zusatzinformationen liefern. Es erklärt zum Beispiel, warum derselbe Aspekt bei einer Person deutlich intensiver wirkt als bei einer anderen. Die astrologische Deutung an sich verändert sich dadurch nicht – vielmehr wird die Wirkungsstärke und Intensität eines Aspekts differenzierter erfassbar.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Frage, welcher Planet innerhalb eines Aspekts dominanter wirkt. In der klassischen Deutung gilt die Grundregel, dass äußere Planeten stärker auf innere Planeten einwirken, während persönliche Planeten kaum Einfluss auf Generationenplaneten haben – umgekehrt jedoch sehr wohl. Doch wie verhält es sich, wenn zwei persönliche Planeten, etwa Venus und Mars, in Konjunktion stehen? In der Regel gilt Mars als der durchsetzungsstärkere Faktor. Befindet sich jedoch Venus in ihrem Perigäum, während Mars direktläufig und weiter von der Erde entfernt ist, kann sich dieses Kräfteverhältnis durchaus umkehren.
Auch in der Mundanastrologie eröffnet das Perigäum zusätzliche Deutungsebenen. Treffen beispielsweise zwei Generationsplaneten in einer Konjunktion aufeinander und ist nur einer von ihnen rückläufig, lässt sich dessen Dominanz meist klar erkennen. Sind jedoch beide rückläufig, gewinnt der Planet die Oberhand, der sich näher an der Erde, also in seinem Perigäum, befindet.
Der Perigäum-Rechner zeigt für jedes Jahr auf einen Blick, wann sich die Planeten in Erd-Nähe befinden – eine einfache Eingabe des Jahres genügt.